• Eine Firmengeschichte und ein Stück Zeitgeschichte: Aus „Gebrüder Lübke“ wird „interlübke“, dem „polierten Schlafzimmer“ folgt der Endlosschrank und Wachstumsjahre wechseln sich ab mit schwierigen Zeiten. Unverändert geblieben ist über all die Jahre unsere Leidenschaft für schöne Formen und feine Details, für gute Ideen und kompromisslose Qualität.
    Eben interlübke.

  • 1937

    Im westfälischen Wiedenbrück machen sich die Brüder Leo und Hans Lübke mit einer eigenen, kleinen Möbelfabrik selbständig. Leo ist Tischler, Hans ist Kaufmann, beide bringen umfangreiche Möbelbauerfahrung aus dem Unternehmen ihres Bruders Heinrich mit, der seit 1918 im benachbarten Rheda Tische und Stühle herstellt. Im Gegensatz zur Rhedaer Lübke & Rolf (später: Lübke KG) spezialisieren sich Leo und Hans jedoch auf poliertes Schlafzimmermobiliar, das sich schnell als absoluter Knüller erweist. Bereits nach wenigen Monaten beschäftigt ihre Gebrüder Lübke KG 70 Mitarbeiter
  • 1939

    Im Zweiten Weltkriegs produzieren die Gebrüder Lübke für die Wehrmacht Behelfsheime und Offiziersmöbel, Mannschaftsschränke und – betten, Munitionskisten, Flugzeugteile und die Inneneinrichtung von Buffet- und Salonwagen
  • 1945

    Das Werk wird zur Unterkunft für britische Besatzer umfunktioniert. Jetzt statten die Lübkes in deren Auftrag Eisenbahnwaggons aus. Logo ihres Unternehmens sind seit 1937 zwei „LL“’s, die später gegen zwei waagerechte Halbmonde (1954) und noch später gegen die Wortmarke „interlübke“ (1962) ausgetauscht werden
  • 1950

    Im Wirtschaftswunder richten sich die Deutschen zusehends ein. Die Nachfrage nach Tischen, Betten und Stühlen steigt gewaltig. Während Hans Lübke die Firma kaufmännisch betreut, kümmert Leo Lübke sich um Entwicklung und Produktion. „Die Form folgt der Funktion“, lautet ein Leitspruch des Tischlers, der noch im Erwachsenenalter an der Biefelder Werkkunstschule Kurse in Gestaltungslehre belegt, und: „Vollkommen ist nur das, wo man nichts mehr wegnehmen kann.“
  • 1953

    Als mit Hans Lübke einer der beiden Gründer stirbt, sind die Möbel der Gebrüder Lübke bereits eine fest etablierte Qualitätsmarke in Wohn- und Schlafzimmern. Von Rheda-Wiedenbrück beliefert das Familienunternehmen Kunden in ganz Deutschland sowie den Nachbarländern
  • 1954

    Zusammen mit dem Fürsten zu Bentheim-Tecklenburg gründet Leo Lübke in Rheda-Wiedenbrück eine Polstermöbelfabrik. Ein Name für das Schwesterunternehmen ist schnell gefunden: COR, lateinisch für Herz. Denn drei Herzen zieren das fürstliche Wappen des Mitbegründers. Eingetragen wird das Start-Up auf Leo Lübkes 18-jährigen Sohn Helmut, der sechs Jahre später tatsächlich die Leitung von COR übernimmt.
  • 1955

    In Wiedenbrück trifft ein Luftpostbrief aus Addis-Abeba ein: Ein Lieferant des äthiopischen Kaisers bedankt sich für die wohlbehalten eingetroffenen Möbel der Gebrüder Lübke, mit denen der Kaiserliche Palast eingerichtet werden soll. „Der Kaiser selbst“, heisst es, „hat über unsere Lieferung seine volle Zufriedenheit ausgesprochen.“

    Auch europäische Häupter setzen damals auf ostwestfälische Qualitätsmöbel: Anlässlich eines Truppenbesuchs in Deutschland übernachtet die britische Prinzessin Margaret in einem Schlafzimmer, das eigens von den Gebrüder Lübke für die adelige Besucherin gefertigt worden war.
  • 1955

    Mit dem Innenarchitekten Michael Bayer, Dozent an der Detmolder Fachschule, gewinnt die Firma einen überaus kreativen Kopf. Als interlübkes Kreativdirektor gestaltet Bayer Messestände und Kataloge, entwirft Möbel (wie beispielsweise das legendäre Programm „127“) und lässt – eine echte Pioniertat in der Branche – als erster einen Katalog mit Fotos statt mit Zeichnungen illustrieren. interlübke ist damals der einzige deutsche Möbelhersteller, der eine aktive Markenpflege betreibt – zum Beispiel, indem er seine Produkte ausschließlich an ausgewählte Möbelhäuser liefert.
  • 1956

    Das An- und Aufbauprogramm „127“ bricht radikal mit den in den Fünfzigern üblichen, traditionellen Schlafzimmerkombinationen. Aus den Einzelelementen von „127“ lässt sich erstmals eine komplette Zimmereinrichtung raumsparend planen und aufbauen.
  • 1962

    Erstmals taucht der Name „interlübke“ auf, und zwar als Bezeichnung für ein Nachfolgeprogramm des „127“. Das verkauft sich zwar nicht besonders gut und verschwindet daher alsbald wieder aus dem Programm – der Name aber, den sich interlübke-Vertreter Ulrich Kramer ausgedacht hat, ist ein so schöner Anklang an „Interieur“ und auch „Internationalität“, dass er kurzerhand zum neuen Firmennamen umfunktioniert wird. Michael Bayer gestaltet aus ihm die bis heute gültige Wortmarke.
  • 1963

    Leo Lübke senior trifft die beste Entscheidung seines Lebens: Als ihm der Schweizer Innenarchitekt Walter Müller einen so genannten Endlosschrank vorstellt, schlägt er zu. Das Modell wird aus wenigen Teilen zusammengesetzt und lässt sich im Anbauverfahren quasi endlos erweitern – ein für damalige Verhältnisse absolut revolutionäres Möbelkonzept. Lübke aber setzt gegen Widerstände aus dem eigenen Unternehmen auf den Schrank, der unter der Bezeichnung „interlübke 63“ zum erfolgreichstem Produkt der Firma avanciert. Unter dem Namen S 07 ist er in einer weiterentwickelten Form bis heute im Programm.
  • 1964

    interlübke wächst und wächst. Das Produktportfolio wird um Programme für Wohn- und Esszimmer erweitert, der Architekt J.G. Hanke entwirft eine neue, preisgekrönte Firmenzentrale. Mit ihrem reduzierten Design, purer Formensprache und kühlem Weiss als dominantem Farbton avancieren interlübke-Möbel in den Sechzigern zum Inbegriff der progressiven Moderne schlechthin.
  • 1973

    Typisch für interlübke ist das stete Tüfteln und Feilen an vermeintlichen Kleinigkeiten. Ein Beispiel dafür ist der Öffnungsmechanismus des „Schwebetürenschrank“, der sich lautlos und mit einem einzigen Fingertipp öffnen lässt – eine sehr leise, aber ungemein nützliche Erfindung der detailversessenen Entwickler bei interlübke.
  • 1975

    Nach dem Tod Leo Lübkes übernehmen seine Witwe Christine sowie Horst Lübke, Sohn des Unternehmemsgründers Hans Lübke, die Geschäftsführung.
  • 1983

    Mit „duo“ legt interlübke erstmals ein ausgesprochen jugendliches, poppiges Möbel auf. Urheber ist der Designer Peter Maly, der in den Siebziger und Achtziger Jahren mit Möbelprogrammen wie „mutaro“,„duo“ sowie einem Redesign des Klassikers „40S“ das interlübke-Portfolio prägt. Mit Rolf Heide und Peter Kräling gewinnt interlübke später zwei weitere kreative Begleiter.
  • 1987

    interlübke wird 50 Jahre alt. In der Gütersloher Stadthalle wird groß gefeiert und unter den Mitarbeitern ein Golf GTI versteigert. Thomas Gottschalk moderiert.
  • 1996

    In einer für das Unternehmen sehr schwierigen Zeit übernimmt Helmut Lübke die Leitung der Firma und – zusammen mit seinem Sohn Leo – auch sämtliche Unternehmensanteile. Unter seiner Führung kehrt interlübke zu den Grundwerten der Marke zurück: Klarheit, Konsequenz, Qualität.
  • 2006

    Helmut Lübke stirbt während einer Afrikareise. Nachfolger wird sein Sohn Leo Lübke junior und damit die dritte Generation der Familie Lübke.
  • 2008

    In einer historischen ehemaligen Kartonagenfabrik im Zentrum Rheda-Wiedenbrücks eröffnet das COR und interlübke Haus. Die aufwändig restaurierte Fabrik beherbergt auf rund 3.000 Quadratmetern die weltweit größte Ausstellung von COR- und interlübke-Möbeln sowie eine Sammlung mit COR- und interlübke-Fundstücken aus 55 Jahren Möbelgeschichte.

    www.cor-interluebke.com
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